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Sonntag, 23. Juni 2013

Supermond - näher kommen wir uns selten



"Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt."
William Shakespeare "The Tempest"


Noch knapp eine halbe Stunde, dann ist dieser besondere Vollmond schon wieder Geschichte. Heißt - der Punkt der höchsten Spannung ist überschritten, die Steigerung von Spannung und die Ansammlung von Eindrücken, die nach einem Ausdruck suchen kehrt sich langsam wieder um.

Es gibt einen schönen Artikel dazu auf Loop! (Supervollmond), der viele Themen sehr differenziert anspricht, unbedingt lesenswert. Was Meta hier macht ist nicht der Versuch, das zu ergänzen, sondern eher eine Art Live-Ticker von inneren Bildern und Assoziationen, während des augenblicklichen Höhepunkts. Ergebnisoffen und ohne Anspruch auf irgend etwas.

Aber da es ja auch um Sonne-Jupiter (bei uns in Deutschland am MC) und Mond am IC geht, darf der ganze Empfindungsbereich dabei eine Rolle spielen.
Grundsätzlich - Vollmonde bringen nur zusammen, was zusammen gehört. In der Regel immer zwei Pole, die vordergründig im Widerspruch zu einander stehen, ansonsten aber nur die beiden Enden eines gemeinsamen Themas sind. Die Achse Krebs-Steinbock beinhaltet auch die Pole von Traum und Wirklichkeit, von Geburt und Tod, von Innen und Außen als scheinbar getrennte Manifestationen.


Innen bezeichnet dabei alles, was wir als zu uns zu gehörig empfinden. Mond im Horoskop beschreibt diesen Innenraum, seine Atmosphäre, seine Eigenheiten. Im eigentlichen Sinne beschreibt er aber nur die Beschaffenheit eines Spiegels, seine besondere Art und Weise, den Dingen unseres Lebens ein besonderes Gesicht, eine spezielle Ausdrucksform zu geben. Die nur für uns selbst in diesem Spiegel sichtbar ist. Oft eben auch nur spürbar, als eine Art Oberfläche eines großen Ozeans. Diese Oberfläche ist meistens bewegt, dann zeigen sich die meisten Bilder in diesem Spiegel seltsam verzerrt. Wir erkennen scheinbar Formen in diesen Verzerrungen, ordnen sie zu, beurteilen sie und geben diesem Urteil (das nur eine Empfindung ist in diesem Fall, keine intellektuelle Leistung) auch Ausdruck.

Und damit erschaffen wir unsere Wirklichkeit. Das ist das andere Ende, der andere Pol. Was also in Haus vier, bei Mond beginnt, als innerer Eindruck erscheint, wird im Laufe eines Prozesses zu einer Realität, die uns dann irgendwann als buch- und maßstäbliche Realität "begegnet". Losgelöst von unseren eigenen Wahrnehmungsempfindungen, an die wir uns kaum noch erinnern können, wenn wir ihr als Form, als Ausdruck, als Ereignis, Erfahrung und Erleben in der "äußeren" Welt wieder begegnen.

Im "richtigen Leben" unterscheiden wir zwischen Traum und Wirklichkeit, obwohl uns unsere eigene Erfahrung mit Träumen zeigt, dass es diesen Unterschied nicht gibt. Denn wann immer wir tief und fest träumen, wird alles darin ebenfalls zu einer erfahrbaren Wirklichkeit. Die anderen Gesetzen folgen mag, in der die Schwerkraft keine große Rolle spielen muss und ebenso wenig andere Naturgesetze, die in unserer Wachrealität scheinbar unumstösslich sind.
In unseren Träumen können wir tausend Tode sterben und doch wieder in einem nächsten Morgen erwachen. Wir mögen noch die Nachwirkungen dieser Träume spüren, fühlen uns aber wieder höchst lebendig.

Sobald wir einmal den Gedanken zu lassen, dass dieses Prinzip, dass sich heute so perfekt in diesem Vollmond zeigt, etwas ist, das eben nicht Träume von Wirklichkeit unterscheidet, sondern aufzeigt, dass sich beides bedingt, dass jeder Traum eine Wirklichkeit ist und folglich jede Wirklichkeit auch ein Traum - können sich all die Zwänge und Begrenzungen, denen wir scheinbar im Alltag unterliegen, völlig anders zeigen.

Verantwortung für die Welt zu übernehmen, kann dann eben auch bedeuten, diesen unseren Glauben an getrennte Traum- und Wachwelten, zumindest zu überprüfen. Denn wenn es wahr sein sollte, dass unsere eigenen Träume diese Welt zumindest mit gestalten, dann sind wir in gewißerweise auch ihr Schöpfer. Und sollten schleunigst damit beginnen, diese Kraft zum Wohle aller Wesen einzusetzen. Wie immer das im Einzelfall dann aussehen mag..

Jetzt ist der Vollmond da, das Experiment zu Ende, einen schönen Sonntag wünsch ich noch...

Titelbild: By javi.velazquez (Flickr: Moon over San Francisco) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons


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